Über insel Rab
Der Name Rab wird zum ersten Mal im Jahr 1446, im Gründungsdokument
des Franziskanerklosters des Heiligen Euphemius im Ort Kampor erwähnt.
Der Wortstamm kommt aus dem illyrischem Arb, (dunkel, grün, mit
Wald bewachsen), und wird in die altertümlichen Namen Arba, Arva,
Arbia übertragen, die die derzeitigen Kosmographen benutzen.
Kaiser Octavian Augustus hat, nach dem Teil einer Römischen Inschrift,
den Bau von Verteidigungsmauern und Festungen zum Schutz der Stadt
und seiner Kolonie befohlen, und so wurde die derzeitige Stadt Arba
(heute Rab) ein römisches Munizipium, bzw. "Felix Arba".
Die Epigraphik (Inschriftenkunde) berichtet über Festungen, Wasserleitungen,
Hallen und Thermen. Den Epitheton (schmückendes Beiwort) "Felix"
bekamen nur einige Provinzen und Städte des Römischen Reiches, als
ein Dankeszeichen für besondere Verdienste oder es wurde damit der
Ruhm einer Stadt oder eines Ortes hervorgehoben. Diese Behauptung
bezeugt eine 15 cm große Amphore mit Griff, die 1896 in einem Grab
im Ort Nin neben Zadar gefunden wurde, auf der "Felix Arba" geschrieben
stand.
Durch das ganze Mittelalter hindurch, bewahrt die Stadt die Tradition
eines Munizipiums (als romanische Gemeinde zur Zeit der byzantischen
Herrschaft über Dalmatien, Anfang XI. Jh.), und 1107 werden seine
Vorrechte durch den König Koloman bestätigt. Während der knapp vierhundert
Jahre venezianischer Oberherrschaft (bis 1409), die durch anhaltenden
Frieden und ökonomischen Wohlstand gekennzeichnet wurde, funktionierte
sie als Stadtkommune (eine charakteristische politische Formation
in Dalmatien).
Während der langen Besetzung durch verschiedene Herrscher, angefangen
mit den Römern, über die Byzantiner und Venezianer, bis zu den Ungarn
und Kroaten, war Rab stets von großen Verwüstungen verschont geblieben.
Als die italischen Normanen, nach einer langen Besetzung der Stadt,
ihre Schiffe wendeten und sich vom Kampf zurückzogen, waren auf
dem höchsten Turm der Stadt die Reliquien des Heiligen Christophor
- den Beschützer der Stadt Rab - ausgestellt. In Rab wird heute
noch Tradition und Geschichte gepflegt. Jedes Jahr, im Mai und Juli,
werden Ritterspiele, die schon 1364 gegründet wurden, abgehalten.
Die Besonderheit dieser Spiele ist die antike Armbrust, mit der
im Mittelalter die Stadt von den Angreifern verteidigt wurde. Die
Spiele werden als ein Andenken an diesen Sieg und zu Ehren des Beschützers
der Stadt, dem Heiligen Christophor, veranstaltet.
Die Insel Rab stellt für die Liebhaber von Geschichte und Kultur
ein richtiges Vergnügen dar. Wenn Sie zum Beispiel durch die Straßen
der Altstadt einen Spaziergang machen, werden Sie außer vielen Bauten
im romanischen Stil, eine Menge gotischer Portale, Altare im Barockstil
und Renaissancefenster mit Ornamenten bewundern können.
Neben den so vielen Besonderheiten, kann sich die Insel Rab noch
mit ihren vier Glockentürmen, die sie weit berühmt machen, rühmen.
Gerade aus diesem Grund wird sie im Jargon die "Stadt der vier Glockentürme"
genannt. Der Glockenturm der Basilika dominiert über der Stadt und
ist eines der schönsten Bauten der späten Romanik bei uns. |